Projekt jugendliche Asylsuchende zu Besuch in der Schule

Jugendliche Asylsuchende berichten über ihre gefährlichen Fluchtwege

Viele Fragen hatten die Neuntklässler der Klasse 9c vorbereitet, als Nathnael, Pierre und Elvis sowie Robel zu Gast in der Sozialkundestunde  am 26. Januar waren.

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In einer angenehmen Sitzkreisatmosphäre gelang es den spürbar aufgeregten Jugendlichen, sich ihren Gastgebern gegenüber in einer gemeinsamen Begrüßungsrunde zu öffnen und von ihrer Heimat Eritrea, Albanien und Mali auf Englisch, Französisch oder Deutsch zu berichten.

Anschaulich beschrieben sie ihren zum Teil sehr gefährlichen Fluchtweg an einer Weltkarte. Nathnael img_9994 zum Beispiel flüchtete gemeinsam mit 800 anderen jugendlichen Flüchtlingen in einem viel zu kleinen Boot über das Mittelmeer. Zum Glück überlebte er. Leider starben in den letzten Jahren mehrere tausende Kinder, Frauen und Männer bei ähnlichen lebensgefährlichen Überfahrten.

Elvis beeindruckte die Neuntklässler mit seinem authentischen Bericht, denn er arbeitete über zwei Jahre u.a. in Italien sehr hart, um sich den Weg nach Europa selbst zu finanzieren. Mittlerweile ist er 18 Jahre alt geworden und steht nun nicht mehr hier in Deutschland unter der Obhut des Jugendamtes. Wir wünschen ihm viel Glück und Erfolg bei der Gestaltung seiner Zukunft.

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Familie Breiting, die Großeltern von Josefin Rabsilber, betreuen mit großem Engagement und Herzblut noch nicht volljährige jugendliche Asylsuchende im Alter von 17 bis 18 Jahren in Oschersleben. Vor allem Frau Breiting unterstützte unsere Kennenlernrunde mit hilfreichen Übersetzungen oder beispielhaften Anekdoten. Sie erläuterte, dass ihre Schützlinge 38,35 € Taschengeld im Monat bekommen und sah dabei in erstaunte Gesichter. Kaum ein Schüler konnte sich vorstellen, mit diesem Budget seine persönlichen Wünsche tagtäglich erfüllen zu können. Die Tatsache, dass sich jeder der jungen Männer ein kaputtes Handy über Ratenzahlung als Abzug von diesem Taschengeldbetrag finanzieren muss, führte zu großem Erstaunen und Respekt.

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Maurice Melcher schrieb in seinem Feedback:“ Ich fand das Gespräch sehr interessant und auch sehr spannend. Es war toll, dass die Jugendlichen mit uns offen auf eine sehr humorvolle Art gesprochen haben. Gut war, dass sie auch einmal in ihrer Muttersprache erzählt haben. Wir konnten viel lachen; auch, als uns die Betreuerin Einiges übersetzte.“

Ein großes Dankeschön für Josefin Rabsilbers Engagement bei der Vorbereitung sowie an die Familie Breiting, die durch ihre Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung diese besondere Sozialkundestunde erst ermöglichten!

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