Mobiler Lebensretter Petri-Schule bekommt Defibrillator

Schwanebeck (la). Der plötzliche Herztod ist mit mehr als 100.000 Betroffenen jährlich eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland – obwohl dieser oftmals vermeidbar wäre.

Oft wird vergessen, dass es nicht nur herzkranke Menschen treffen kann. Frauen und Männer jedes Alters sind gefährdet, auch junge Menschen können dem plötzlichen Herztod zum Opfer fallen. Der Betroffene hat meist nur eine Chance, wenn sofort von einem beherzt handelnden Laien mit der Herzdruckmassage und der Anwendung eines AED-Geräts (Automatisierter Externer Defibrillator) begonnen wird.

Die Björn-Steiger-Stiftung kämpft bereits seit den 1970er Jahren mit der Initiative „Kampf dem Herztod“ gegen die enorme Zahl von Todesopfern an. Aus „Kampf dem Herztod“ entstand 2001 das weiterführende Projekt „100.000 Leben zu retten“. Zusätzlich zur Breitenausbildung der Bevölkerung ist es seitdem das Ziel der Stiftung, Defibrillatoren an öffentlichen Plätzen, wie Einkaufszentren, Apotheken und Supermärkte, in Form von „AED-Säulen“ bereitzustellen, um die ersten überlebenswichtigen Minuten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu überbrücken.

Eine solche AED-Säule gibt es nun seit kurzem auch in der Schwanebecker Petri-Sekundarschule.

„Unsere gesamte Lehrerschaft nimmt schon seit geraumer Zeit alle zwei Jahre an Erste-Hilfe-Kursen teil, bei denen  auch der Defibrillator erläutert wurde“, erinnert sich Schulsekretärin Iris Mnich an die Anfänge der Idee. „Und nach dem Kurs im vergangenen März haben wir beschlossen, dass wir als Schule auch gern ein solches Gerät für den Notfall hätten.“ „Wir haben bereits Kinder, die von Bluthochdruck und anderen Krankheiten betroffen sind“, ergänzt Schulleiterin Kerstin Buchtenkirch. „Deshalb wäre solch ein Defi schon durchaus nützlich.“

Da die Anschaffung aus eigenen Mitteln nicht finanziert werden konnte, wandte sich die Schule an den Landkreis – doch auch dort sah man keine Möglichkeit der Finanzierbarkeit. Die Leiterin des Schulverwaltungsamtes, Margrit Kaufmann, stellte jedoch den Kontakt zur Björn-Steiger-Stiftung her – die dann im vergangenen Oktober die Zusage erteilte.

In der vergangenen Woche wurde das Gerät nun von der Stiftung in der Schule installiert und erläutert. Dazu wurden seitens der Schule im Vorfeld fünf Mitarbeiter ausgewählt, die eine Einweisung in das Gerät und seine Funktionsweise bekommen sollten. „Das ist tatsächlich ganz einfach“, berichtet Iris Mnich im Nachgang. „Das Gerät funktioniert fast ‚idiotensicher‘, da es mit dem Benutzer spricht und absolut selbsterklärend ist.“ Auch sei ein Missbrauch quasi unmöglich, da das Gerät vor dem letztlichen Stromstoß die Vitalwerte des Patienten messe und nur bei festgestelltem Bedarf die Energie freisetze.

Bleibt zu hoffen, dass die Säule nie zum Einsatz kommen muss…

Quelle: Zeitungsartikel

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